Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen – wie sind die Auswirkungen? Gibt es hier Auswirkungen? Wie kann eine Digitalisierung auch im Tourismus umgesetzt werden? Spannende Fragen beschäftigen uns in der heutigen Zeit, vor allem auch unter den Tourismusexperten. Um ein besseres Bild zu bekommen habe ich gemeinsam mit BUSINESS CIRCLE ein Interview mit Frau Dr. Stolba geführt.

FUTURE DAY @ BUSINESS CIRCLE

Am 08.10.2019 findet der diesjährige FUTURE DAY @ BUSINESS CIRCLE in Wien statt. Das Kernthema des Zukunftskongresses ist “Was die Zukunft bringt”, hierzu werden 10 Speaker ihr Wissen teilen und diskutieren wie sich die Digitalisierung im Tourismus bemerkbar machen wird. Die Geschäftsführerin der Österreich Werbung Frau Dr. Stolba wird beim Business Circle Future Day 2019 über den Themenbereich “Von der Tradition zu Transformation” erzählen. 

Im Vorfeld durfte ich ein Interview mit Frau Dr. Petra Stolba zum Thema: “Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen – wie sind die Auswirkungen?”, führen.  

Zu Nina Gigele

Als ambitionierte Touristikerin, erfahrene Skilehrerin und Freeride Guide zeige ich den Gästen Österreichs schönste Skiabfahrten und Touren. Ich bin in den Tiroler Bergen aufgewachsen, die ihren Gästen das bieten was sie suchen, Erlebnisse und echte Begegnungen. Mein Ziel ist es die Gäste vom stressigen Alltag wegzubekommen und sie in die Vielfalt der Natur und des Lebens eintauchen zu lassen.

Als innovative Unternehmerin interessiert mich die Frage: Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen – wie sind die Auswirkungen?

Ich versuche Schnittstellen zwischen den Tourismus Betrieben in unserer Region mit den neuen Technologien der Digitalisierung herzustellen und helfe den Dienstleistern mit meinen Erfahrungen und Wissen zu Innovationen. Ich garantiere meinen Gästen eine ehrliche Begegnung und lasse sie eintauchen in die Abenteuer unseres Landes. Da ich mit dem Tourismus aufgewachsen bin freut es mich besonders ein Interview mit Dr. Petra Stolba führen zu dürfen.

Ist der Massentourismus noch willkommen? 

Es ist klar ersichtlich, dass der altbekannte Massentourismus in Österreich eine Wende nimmt. Leute wollen auf Reisen “berührt” werden, wie meine Oma von damals erzählt hat: Als sie anfing ihre Zimmer zu vermieten, waren die Gäste beim gemeinsamen Frühstück mit Oma und Opa eingeladen. Es war wie eine große Familie die immer wieder neuen Zuwachs von Gästen aus aller Welt bekam. Sie wurden berührt mit der liebevollen Gastfreundschaft. Das ging vor allem in den letzten Jahren aufgrund der Zunahme des Tourismus verloren, meinte meine Oma. (Gastgeberin seit 40 Jahren)

Mehr zur Inspiration der Großeltern finden Sie hier.

Ich bin die letzten Jahre selber sehr viel gereist und habe dadurch viele verschiedene Arten von Tourismus in allen Kontinenten erleben dürfen, dennoch freu ich mich immer wieder auf zuhause. Ich mag unsere ehrliche und herzliche Art, dennoch zeigen die letzten Jahre, dass der Tourismus in zahlreichen Orten der Welt gar kein Glücksgarant mehr ist, sondern bloßer Stressfaktor, so schreibt auch Harry Gatterer in seinem Artikel: 

Aufgrund der spannenden Frage wie sich die Digitalisierung im Tourismus in Österreich in Zukunft auswirken wird, teile ich hier das Interview mit Dr. Petra Stolba. 

Wer ist Frau Dr. Petra Stolba: 

Frau Stolba ist seit 2006 Geschäftsführerin der Österreich Werbung. Das Unternehmen ist die maßgebliche Content-Drehscheibe und Repräsentationsfläche für Österreichs wichtige Tourismusbranche. Die Organisation hat die Aufgabe, gemeinsam mit allen österreichischen Tourismuspartnern für den Erhalt bzw. den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Österreich zu sorgen. Die Kommunikation des österreichischen Tourismus hat Petra Stolba mit ihren rund 200 Mitarbeitern einem erfolgreichen digitalen Transformationsprozess unterzogen. (Business Circle)

Das Interview

Hier finden Sie das Interview mit Frau Dr. Stolba zum Thema: Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen – wie sind die Auswirkungen?

Interviewer Nina Gigele: Welche Entwicklung hat der Tourismus in den vergangenen 20 Jahren durchgemacht? Was ist jetzt anders als noch in den 1980er Jahren?

Frau Stolba: Reisen ist von einer elitären Angelegenheit zu einer Selbstverständlichkeit geworden, ja sogar zu einer Tätigkeit, die sich nicht mehr „wegdenken“ lässt… Und gerade dieses Reisemotiv der persönlichen Horizonterweiterung rückt gegenüber anderen Motiven wie Sozialprestige etc. immer weiter in den Vordergrund. Es geht immer mehr um echte Begegnungen und das Eintauchen in die Lebenswelten der Bevölkerung. „Living with Locals“ ist heute das Thema ; durchaus im Unterschied zum vergangenen „höher, schneller, weiter“, also Abenteuer und Action.

Interviewer Nina Gigele: Fortschritt findet also statt. Das betrifft z.B. die Digitalisierung. Wie geht man im Tourismusbereich mit Innovationen – vor allem aber mit Digitalisierung – um? 

Frau Stolba: Sehr engagiert. Es gibt im heimischen Tourismus wahre “Frontrunner” – in einer globalen, wettbewerbsintensiven Branche wie unserer muss man digital fit sein. Gleichzeitig sehen wir, dass die Komplexität und Geschwindigkeit der Entwicklungen im digitalen Bereich für viele Player in der doch sehr fragmentierten, österreichischen Tourismusbranche eine Herausforderung darstellen und wir bei einzelnen Themen, beispielsweise im Datenbereich kooperieren müssen, hier kommen wir mit Einzelinitiativen nicht weiter. Wir versuchen daher in der ÖW mit unserer Initiative NETA (Next Level Tourism Austria) Innovation in der Digitalisierung voranzutreiben. Digitalisierung heißt für uns dabei vor allem, altes Denken aufbrechen und neue Standards setzen. 

Interviewer Nina Gigele: Viele Länder haben ja bereits aufgehört aktiv Werbung für ihr Land zu machen, mit dem Argument, dass die Gäste ohnehin kommen. Wie sieht das in Österreich aus? 

Frau Stolba: Tatsächlich verändert sich die Akzeptanz von Werbung, also dem gezielten Anpreisen eines Produktes. Immer mehr geht es darum, Menschen mit informativen und unterhaltsamen Inhalten die Informationen zu geben, die sie gerade tatsächlich suchen. Und das trifft auch auf die ÖW zu: Wir begeistern nach wie vor für Österreich. Allerdings setzten wir unsere Kommunikation sehr gezielt ein. 

Interviewer Nina Gigele: In Österreich erleben wir jedes Jahr Spitzen im Tourismus. Steht der Tourismus nicht schon längst im Spannungsfeld zwischen Tradition und Transformation? 

Frau Stolba: Tourismus ist Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen und Wertvorstellungen. Von daher transformiert er sich täglich. Natürlich wird gerade intensiv diskutiert, ob quantitatives Wachstum das Ziels sein kann. Gäste kommen, um Begegnungen zu erleben – daher ist die Frage der Integration der Branche in die regionalen Ressourcen und Kompetenzen wesentlich. Verantwortungsvoller Tourismus ist Teil der regionalen Entwicklung und Bevölkerung – und dadurch auch interessant für Gäste. 

Interviewer Nina Gigele: Stichwort Besucherströme: Wie kann man diese Entwicklung sinnvoll in die Zukunft führen? Welche Anreize müssen geschaffen werden? 

Frau Stolba: Das Reisen ist die wohl größte Erfolgsgeschichte der letzten rund 150 Jahre. Tourismus wächst weltweit jedes Jahr stärker als das Welt-Bruttoinlandsprodukt. Aber die Urlauberströme verdichten sich Jahr für Jahr, denn Reisen wird immer einfacher und günstiger. Reiseströme lassen sich aber auch durch unterschiedlichste Maßnahmen in gewissen Bandbreiten steuern und managen. Technologie wird dabei eine durchaus wichtige Rolle spielen. Genau das ist auch Teil unserer NETA-Initiative.

Interviewer Nina Gigele: Wenn Sie nun den Blick in die große Glaskugel werfen: Wie geht es mit dem Tourismus in Österreich weiter? Wo stehen wir in zehn, 15 Jahren? Trends? Needs? Worries? 

Frau Stolba: Das Reisen steht insgesamt vor größeren Umbrüchen. Nicht nur Umweltaspekte, auch die sozio-kulturelle Auseinandersetzung mit dem Raum, mit den Ressourcen und Menschen der Orte, die man besucht, wird spannend. Die Beschäftigung mit Technologie und gleichzeitig der Frage, was genau den emotionalen Mehrwert von Reiseerlebnissen ausmacht, wird eine Schlüsselfrage für die Branche. Denn letztlich gilt: “A product is what you buy. An experience is what you remember”. 

Interviewer Nina Gigele: Wie sehen Sie das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus in Österreich? Dauernd werden Skigebiete neu zusammen geschlossen, Liftanlagen gebaut. Es gibt kaum noch Plätze die unberührt sind? 

Frau Stolba: Letztlich geht es um verantwortungsvollen Tourismus. Also um das Schaffen von besseren Orten für diejenigen, die dort leben. Ständig oder temporär. Vor diesen Aufgaben steht der Tourismus.

Interviewer Nina Gigele: Beim Future Day Vienna gibt es ja 4 Themenschwerpunkte „Next Digital“, „Next Innovation“, „Next Growth“, „Next Business” Wie legen Sie diese Themen auf Ihr Unternehmen um? Gibt es dazu konkrete Ideen für die Österreich Werbung? Was wird Ihr Unternehmen davon in Zukunft am meisten Beschäftigen? 

Frau Stolba: Diese 4 Themenschwerpunkte sind denke ich perfekt gewählt und sehr spannend. Sie spiegeln genau die Fragen nach dem „next level“ wider: Technologie nicht mehr um der Technik willen, sondern als enabler und supporter. Der Tourismus in Österreich ist extrem stark KMU-geprägt: wer bringt hier Innovationen ins System, wie lernt die Branche? Wie kann man verantwortungsvoll mit seinen Räumen umgehen und Ressourcen optimal nutzen? All diese Fragen gemeinsam beim Future Day zu diskutieren, darauf freue ich mich jetzt schon!

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Frau Dr. Stolba’s Auftritt ist am Nachmittag beim FUTURE DAY @ BUSINESS CIRCLE geplant. Hier finden Sie das komplette Programm.

Fazit

Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen – wie sind die Auswirkungen? Was heißt Digitalisierung im Tourismus?

Spannende Zeiten kommen auf Österreichs Tourismus zu, bleibt der Massentourismus erhalten oder spielt der Resonanz Tourismus eine aktive Rolle zur Neugestaltung des Tourismus? Wie kann der Tourismus von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren. Gibt es neue Auswirkungen in diesem Bereich? Zusätzlich wird es auch ein Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit, Innovation und Technologie geben.

Wie diese Innovationen und Systeme in die Branche gebracht werden wird beim Future Day am 8.10.2019 diskutiert. 

Freu mich auf einen informativen Austausch beim FUTURE DAY Event in Wien.

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